Weindegustation: Wie degustiert man richtig?

Die Weindegustation ist die beste Möglichkeit, um sich von einem Wein ein Bild zu machen. Besonders um sich beim Kauf für den richtigen Wein zu entscheiden oder für grosse Feste den passenden Wein auszuwählen, empfehlen sich Degustationen sehr. Doch was ist bei einer Degustation zu beachten? Wir haben Antworten!

Um die Farbe eines Weines erkennen zu können, empfiehlt es sich, die Degustation in einem hellen Raum durchzuführen. Tische sollten mit weissen Tischtüchern bedeckt sein, damit sie einen idealen Hintergrund zur Farberkennung des Weines bieten.

Degustieren bedeutet nichts anderes als kosten, in Bezug auf Geruch und Geschmack prüfen. Natürlich geht es dabei auch um die fehlerfreie Qualität des Weines. Wirklich entscheidend ist aber, dass Sie für sich persönlich prüfen, ob er Ihnen ganz einfach schmeckt. Wein degustieren soll vor allem Freude und Genuss bereiten. Halten Sie sich immer vor Augen, nicht Sie oder Ihre Weinkenntnisse werden dabei geprüft, sondern der Wein. Ihre Nase und Ihr Gaumen sind die obersten Instanzen.

Über Geschmäcker ist nicht zu streiten

Beim Degustieren geht es weniger um die fehlerfreie Qualität des Weines, viel wichtiger ist, ob ein Wein Ihren Vorlieben entspricht und welche Geruchs- oder Geschmackserinnerungen er bei Ihnen weckt. Empfinden Sie es keinesfalls als mangelnde Weinkennerschaft, wenn Sie ein Aroma, das andere feststellen, nicht identifizieren können. Haben Sie keine Scheu, auch Wahrnehmungen auszudrücken, die Ihre Degustationsfreunde vielleicht überraschen. «De Gustibus non est disputandum – über Geschmäcker ist nicht zu streiten», so ein Sprichwort. Nur Ihr persönliches Empfinden zählt. Es bereitet aber grösstes Vergnügen, Gedanken über Wein und die individuellen Sinneswahrnehmungen auszutauschen und beim zweiten und dritten Schluck darauf zu achten.

Degustiert wird mit den Augen, der Nase und dem Gaumen

Der Geruchssinn verfügt über ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen. Als «Augentiere» sind wir Menschen aber nicht sehr geübt darin, Gerüche genau zuzuordnen, so wie wir es z.B. mit Farben in Sekundenbruchteilen beherrschen. Der Experte empfiehlt deshalb, alles, was Ihnen unter die Nase kommt zu beschnuppern, sich den Geruch, am besten mit geschlossenen Augen, bewusst zu machen und zu merken. Riechen Sie an Holz, an frischem Gras, an Äpfeln, Kirschen, Brombeeren, einfach an allem. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie Ihren Geruchssinn dadurch trainieren und wie aromatisch vielfältiger Ihre Weindegustationen dadurch werden.

Vermeiden Sie störende Fremdgerüche. Riechen Sie am Glas, bevor Sie den Wein einschenken. Hat das Glas einen Eigengeruch, giessen Sie etwas Wein ein und benetzten Sie die gesamte Glasoberfläche damit. Giessen Sie den Wein weg – jetzt sollte das Glas zur Verkostung bereit sein. Achten Sie auch auf andere Fremdgerüche.

Blind geniessen

Die wichtigste Empfehlung des Weinexperten lautet: Verkosten Sie Weine blind, das heisst, ohne dass Sie wissen, um welchen Wein, in welcher Preisklasse, aus welcher Region usw. es sich handelt.

Nur so können Sie unvoreingenommen beurteilen, ob Ihnen ein Wein wirklich schmeckt oder nicht. Alles, was Sie vor dem Degustieren über einen Wein wissen, weckt Erwartungshaltungen und verändert damit Ihr Empfinden. Am besten lassen Sie den Wein von jemandem einschenken und im Glas servieren, der nicht an der Blindverkostung teilnimmt, sodass Sie die Flasche nicht einmal erahnen können. Dann degustieren Sie, plaudern mit Ihren Freunden darüber, um schliesslich das Geheimnis zu lüften und vielleicht mitgelieferte Verkostungsnotizen nachzulesen.

Und wie erkennt man «Zapfen»?

In der Nase oder spätestens im Mund riecht der Wein nach Kork. Oder nach Moder. Oder nach nassem Hund. Wenn Sie nicht sicher sind, reichen Sie das Glas an die Begleitung oder den Weinkellner weiter.