Zahlen, bitte! Gastronomie und die Zahlarten der Zukunft

Ob Mobile Payment mit dem Smartphone oder kontaktlos: In den vergangenen Jahren haben die Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens stark zugenommen. Dennoch steht Kartenzahlung immer noch nicht bei allen Schweizer Gastronomen auf der Speisekarte.

Die Kunden von McDonald’s können ihren Big Mac schon seit zwei Jahren bestellen und bezahlen, bevor sie die Filiale betreten. Abgebucht wird von der Kreditkarte. Sobald das Handy des Kunden im Restaurant geortet wird, wird die Bestellung fertig gemacht und vom Personal an den Tisch geliefert. Auch die Pizza- und Pasta-Kette Vapiano gehört zu den Vorreitern in der Systemgastronomie. Seit drei Jahren können die Kunden in vielen Restaurants bargeldlos mit der App bezahlen, wenn sie dort ihre Kreditkarten- oder Paypal-Daten hinterlegt haben. Das hat Zukunft!

Wie eine Studie der Unternehmen orderbird und Mastercard zum Zahlungsverhalten in der Gastronomie ergeben hat, gaben knapp zwei Drittel der Gäste an, schon einmal mit ihrer Karte im Restaurant abgewiesen worden zu sein. Auch in der Schweiz! 21,5 Prozent passierte das sogar häufiger. Knapp ein Drittel der Gäste (31,3 Prozent) hat sich wegen fehlender Kartenzahlung gegen ein Restaurant, Café oder eine Bar entschieden. Bei häufigem Gastronomiebesuch sinkt die Toleranz beim Gast weiter: Nahezu die Hälfte der Befragten (49,0 Prozent), die mehrmals pro Woche ein Restaurant besucht, entscheidet sich um, wenn keine bargeldlose Zahlung akzeptiert wird.

Kartenzahlung sehr wichtig für Gastronomen, vor allem bei Touristen

Die Befragung zum bargeldlosen Zahlen unter den Gastronomen zeigt, dass sich immer mehr Wirte mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. Bereits 72,7 Prozent der befragten Gastronomen akzeptieren Kartenzahlungen ihrer Gäste. 69,6 Prozent der Wirte erachten moderne Zahlungsmethoden als sehr wichtig, während lediglich 5,8 Prozent sie als wenig bis gar nicht wichtig einstufen. Gerade in der Ferienzeit und besonders mit Blick auf den Tourismus und die Erwartungshaltung ausländischer Gäste finden 73,5 Prozent der Gastronomen bargeldloses Zahlen als Service für die Gäste sehr relevant. Weniger als ein Viertel der befragten Gastronomen findet, dass nur Bares Wahres ist.

Die Gastronomie digitalisiert sich

Innovationen wie digitale Kassen bieten zum Beispiel nicht nur die Möglichkeit, am Tisch mit Apple Pay oder Twint zu bezahlen, sondern auch die automatische Erfassung und Übermittlung sämtlicher Rechnungsvorgänge in ein Warenwirtschaftssystem. Damit können zum einen den neuen Vorgaben der digitalen Archivierung und Belegerfassung Rechnung getragen und zum anderen die Logistik und Nachbestellung optimiert werden.

Weiteres Beispiel ist das «smarte Glas»: Mit dem schlauen Trinkgefäss eines Glasherstellers weiss der Wirt jederzeit, welches Getränk in welcher Menge in diesem Moment über den Schanktisch geht. Er kann so umgehend reagieren, wenn eine bestimmte Biersorte zur Neige geht. Oder erkennen, ob sich eine Werbeaktion oder bestimmte Musik positiv auf den Konsum niederschlägt. Ob z.B. AC/DC dem Bierkonsum erhöht oder ob Justin Bieber wirklich die Lust auf Alcopops steigert.

Die Digitalisierung ermöglicht Veränderungen, die die Mehrheit der Unternehmen als Chance interpretiert. Gleichzeitig aber klagen viele Gastronomen, sie hätten zu wenig Zeit, um sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Häufig fehlt daher das nötige Know-how. Verständlich und dennoch kein Grund, um länger abzuwarten.